ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT BIST - sollte jeder Mensch, unabhängig von Alter, Hautfarbe und Geschlecht mindestens zweimal in seinem Leben gesehen haben. Das ist nicht das leere Worthülsengeballer raffgieriger Kabarett-Lobbyisten, schließlich ist bereits Spitzls erstes Programm gleich für einige wichtige Kleinkunstpreise nominiert worden. Spitzl kümmert sich um die Drecksarbeit – um die Schattenreiche der Gesellschaft, erledigt die unangenehmen Dinge wie die NSA oder den Vatikan, um sich am Ende, wenn die Luft für ihn schon verdammt dünn wird, mit einem raffinierten Hungertrick aus den Armen von Heidi Klum zu befreien. Also passen Sie bloß auf, bleiben Sie immer an ihm dran und lassen Sie ihn ja nicht aus den Augen - denn wie aus dem Nichts wechselt er jederzeit mit der Leichtigkeit eines Doppelagenten die Seiten. Gerade noch über die Chinesen lustig gemacht, ist er auch schon übergelaufen ins Land des Lächelns, flirtet sich voller Charme über das Parkett der High Society in New York, verliert sich nachts in der Poesie einer Piano Bar, um nur einen Augenaufschlag später Geschäfte mit den Realos in Berlin zu machen, von denen er gleich nach Verlassen des Zimmers einige zu Fall zu bringen wird. Doch eines ist klar: obwohl man es eigentlich besser wissen müsste, will man diesem Lächeln immer wieder verzeihen.