Jugendliche „Lesescouts“ wecken Lesefreude bei Gleichaltrigen mit Smartphones, Videoclips und Poetry Slams

überregional 17.05.2018


Sachsen unterstützt auch 2018 das Leseförderprojekt der Stiftung Lesen mit 25.000 Euro

Wenn du liest, lese ich auch – ganz nach diesem Motto funktioniert das Projekt „Lesescouts“ der Stiftung Lesen. Jugendliche wecken bei Gleichaltrigen durch verschiedene Aktionen das Interesse am Lesen: Buch- und Medienempfehlungen werden in kurze Videoclips verpackt, Lese-Apps ausprobiert oder ein Lese-Quiz an der eigenen Schule organisiert. Für eine zeitgemäße und nachhaltige Leseförderung setzen sich seit 2006 sachsenweit die „Lesescouts“ an Oberschulen und lernzielgleich unterrichtenden Förderschulen ein. Rund 1.500 Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 aus ca. 120 Schulen wurden bereits zu „Lesescouts“ ausgebildet, weitere werden in diesem Jahr folgen.

Das Kultusministerium ist vom Konzept überzeugt und fördert das Projekt deshalb im kommenden Schuljahr bereits zum 13. Mal mit 25.000 Euro. „Die Lesescouts leisten Großartiges: Sie regen Gleichaltrige an, in ihrer Freizeit zu lesen“, erklärte Kultusminister Christian Piwarz. „Dadurch werden nicht nur ihre schulischen Leistungen gestärkt, sondern auch ihre persönliche Entwicklung. Lesen und andere zum Lesen motivieren ist rundum sinnvoll – und macht Spaß.“

Das Projekt basiert auf dem sogenannten Peer Group Effekt: Gleichaltrige Schülerinnen und Schüler motivieren ihre Mitschüler und Freunde zum Lesen. Meinungen und Empfehlungen Gleichaltriger haben häufig einen höheren Stellenwert als die Ratschläge von Eltern und Lehrkräften.

Um diesen Effekt optimal nutzen zu können, unterstützen Referenten der Stiftung Lesen die Lesescouts mit Workshops. Hier werden zum Beispiel Rhetorik und Körpersprache geschult und digitale Medien als Instrumente der Vermittlung erprobt. Neu hinzu kommt in diesem Jahr die Vorlesewerkstatt, in der die Jugendlichen ihre stimmlichen Fähigkeiten stärken und lernen, wie sie lebendig vorlesen können.

Ausgestattet mit dem Know-how aus den Workshops sowie Medienpaketen, Lesestoff und Materialien organisieren die Lesescouts dann Vorleseaktionen, Lesenächte oder Poetry Slams an der Schule. Mit der Einbindung digitaler Medien können insbesondere Kinder und Jugendliche erreicht werden, für die das Lesen nicht zum Alltag gehört.

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, erklärt: „Wer kann die Begeisterung für das Lesen besser an Kinder und Jugendliche vermitteln als sie selbst? Gleichaltrige Mitschüler, also Peers, wecken besonders authentisch und wirksam das Leseinteresse bei anderen. Mit Büchern, aber auch digitalen Medien und ansprechenden Veranstaltungsideen wirken sie dem pubertären ‚Lesetief’ entgegen. Über die erneute Unterstützung des Kultusministeriums bei diesem Projekt freuen wir uns sehr. Sachsen hat sich als eines der ersten Bundesländer am Projekt beteiligt und ist damit nicht nur Vorreiter, sondern auch Vorbild für andere Bundesländer.“

Mehr Informationen und Ideen für spannende Leseaktionen gibt es hier.

Die Stiftung Lesen ist anerkannter, kompetenter und unabhängiger Partner und Anwalt für das Lesen. Sie fördert Lesekompetenz und Zugänge zum Lesen für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen in allen Medien. Als operative Stiftung führt sie in enger Zusammenarbeit mit Partnern – Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen – Forschungs- und Modellprojekte sowie breitenwirksame Programme durch. Zu ihren herausragenden Initiativen zählen der jährliche „Bundesweite Vorlesetag“, der „Welttag des Buches“ und „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“, ein bundesweites frühkindliches Leseförderprogramm, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Zahlreiche Prominente unterstützen die Stiftung als Lesebotschafter. Die Stiftung Lesen wurde 1988 gegründet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.



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