JAZZTAGE Dresden

Ein Mann für die Unendlichkeit, flankiert von einer singenden Tatort-Kommissarin

Dresden 11.10.2018


Mit Klaus Doldinger vibriert nicht nur deutsche Filmgeschichte, sondern auch die Gegenwart

Ganz tief im Meer, da zieht „Das Boot“ noch immer seine geheimen Bahnen. Und Jürgen Prochnow, Herbert Grönemeyer und die ganze Mannschaft bleiben für immer jung und in Alarmbereitschaft. Und ganz weit oben im Himmel, da fliegt der Glücksdrache Fuchur wie wild durch die Wolken, um mithilfe von Atreju und Bastian die Welt der Fantasie zu retten.

Das sind zwei der „Unendlichen Geschichten“ eines Mannes, der die Filmmusik auf ewig geprägt hat: Klaus Doldinger. Die lebende Komponisten-Legende bleibt ein Rätsel und Phänomen zugleich. Seine fast magischen Melodien scheinen ganz tief aus dem Strom des Unterbewusstseins wie selbstverständlich in unsere Ohren und die von Millionen von Menschen zu fließen.

10.11.2018 Klaus Doldinger und die Dresdner-Tatortkommissarin Cornelia Gröschel Foto: Jazztage Dresden
10.11.2018 Klaus Doldinger und die Dresdner-Tatortkommissarin Cornelia Gröschel Foto: Jazztage Dresden

Am 10. November, 20.15 Uhr, kann man in der Ballsportarena Dresden gleich mit ganzem Orchester in die Filmgeschichte abtauchen. Das medicanti Orchester, Klaus Doldingers Band Passport sowie der Meister höchstpersönlich, als Tenor- und Sopransaxofonist, projizieren die Originalmusik dieser Kultfilme auf die innere Leinwand der Zuschauer.

Doldinger spielt an diesem Abend auch seine „Cantilene for Saxo tenor“ aus dem Album „Symphonic Project". Doch das ist bei weitem nicht alles. Wer mal wieder den inzwischen ziemlich verstaubten „Eisernen Vorhang“ der Geschichte im Gedächtnis beiseiteschieben möchte: Die „Westlegende“ Klaus Doldinger wird als besondere Hommage an die „Ostlegende“ Günther Fischer Musik aus dem DDR-Musikfilm „Solo Sunny“ zum Besten geben. Die Geschichte der vom Ruhm geblendeten Künstlerin genießt bis heute Kultstatus.

So richtig raus aus dem Alltag heißt es für das Publikum, wenn bereits am Samstag ab 20.15 Uhr der Tatort gezeigt wird – ausnahmsweise, versteht sich. Die Kultmelodie aus dem Intro stammt übrigens von – wem wohl – einem gewissen Klaus Doldinger.

Komplett gelöst wird der Fall Doldinger an diesem Abend von der brandneuen Dresdner Tatort-Kommissarin Cornelia Gröschel. Als neue Ermittlerin vor der Kamera singt sie bei diesem einmaligen Konzert erstmals öffentlich – was für ein Schauspiel! Die Tochter des Sängers und Gesangspädagogen Reinhard Gröschel ist gebürtige Dresdnerin und hat sich bereits mit verschiedensten TV-Produktionen („In aller Freundschaft“, „Die Schöne und das Biest“) und Kinofilmen wie „Der Staat gegen Fritz Bauer“ einen Namen gemacht.

Der opulente Abend mit Klaus Doldinger, dem wohl „erfolgreichsten Jazzmusiker des Landes“ (Jazz thing), sollte mit all diesen Beigaben problemlos im Langzeitgedächtnis bleiben. Zu guter Letzt bleibt statt vieler Sätze in den weisen Worten Klaus Doldingers nur noch festzuhalten: „Man kann ja auch viel mit Worten sagen, aber das ist dennoch kein Vergleich zu Tönen. Sie reichen über alles andere hinaus.“

Sitzplätze 39 bis 79 Euro, ermäßigt 29 Euro, Stehplätze kosten 34 Euro, es wird ein Abendkassenaufschlag von 5 Euro erhoben. Tickets sind an allen Dresdner und deutschlandweiten ReserviX- sowie allen SZ-Vorverkaufsstellen erhältlich. Ebenso steht die ReserviX-Hotline unter 01806 700733 (0,20 Euro aus dem Festnetz, mobil 0,60 Euro) zur Verfügung.
Weitere Infos: www.jazztage-dresden.de